Freitag, 28. Dezember 2012

[Miscellaneous] Lebenszeichen zum Jahresende

Ihr Lieben!!!!
Kurz vorm Jahresende möchte ich mich nochmal kurz zurückmelden auf meinem Blog. Es passiert zurzeit so viel, dass ich gar nicht so recht hinterherkomme und ich daher einige Dinge vernachlässigen musste, darunter fiel dann in den letzten drei Monaten auch mein Blog.

Als allererstes eine super Meldung: mein Staatsexamen ist durch, ich habe bestanden und alles ist gut! :) Ich bin sehr froh darüber, denn die Zeit davor war doch sehr nervenaufreibend und ich konnte kaum mehr irgendetwas genießen, schon gar keine Bücher. Daher habe ich lange ersehnten Re-Reads zwei meiner Lieblingsreihen eingeschoben, die ich auch gut aussetzen konnte zwischendurch, weil ich nicht dringend wissen musste, wie es weitergeht. Zum einen war das Harry Potter, den ich allerdings bis zum dritten Teil nur gelesen habe, und dann noch die Mortal Instruments-Reihe von Cassandra Clare. Schön war das, denn es war wie ein Wiedersehen mit alten Freunden. Immer noch konnten mich beide sehr begeistern, und es war auch wirklich eine gute Entscheidung, auf ein vollkommen neues Buch hätte ich mich nie konzentrieren können. Ich werde sehr wahrscheinlich noch einen kurzen Beitrag zum Re-Read von Clares Büchern schreiben, aber keine ausführliche Rezension. Eine Rezension zu einem anderen Buch wird vielleicht auch noch folgen, allerdings bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob ich über die ausstehenden Bücher dieses Jahr überhaupt noch etwas schreibe.

Die zweite Meldung kam dann überraschend für uns, denn ich habe kurz vor meiner Prüfung auch noch erfahren, dass ich schwanger bin, endlich!!! Ich bin niemand, der sowas groß in der Öffentlichkeit breittreten will, daher kommen hier nun auch keine regelmäßigen Schwangerschaftsmeldungen, allerdings wollte ich es doch mitteilen, weil ich durchaus plane, mein derzeitiges Schwangerschaftsbuch auch zu rezensieren, und vielleicht das ein oder andere danach auch. Außerdem ist dies ja auch ein weiterer Grund, warum der Blog ein bisschen brach liegt.

Die dritte Meldung ist nicht minder aufregend und überraschend: Ich habe eine neue Stelle für direkt nach dem Abschluss meines Referendariats angeboten bekommen, somit heißt das, dass ich Ende Januar Berlin Lebewohl sage und wir in den Harz ziehen. Auch dies ist eine tolle Sache, da wir wieder zurück aufs Land wollten, allerdings läuft das wohl mit einem lachenden und einem weinenden Auge ab, denn ich werde Berlin sicherlich nur schweren Herzens den Rücken kehren können.

Ihr seht also: Es liegen anstrengende, aufregende, aber auch tolle Monate vor mir. Was das allerdings für den Blog heißt, kann ich Euch noch nicht eindeutig sagen. Ich bin gerade selbst noch am Grübeln, was das wird, kann das aber wahrscheinlich erst entscheiden, wenn dann letztendlich die ersten Veränderungen, vor allem eben der Umzug, durch sind, und ich mich ein bisschen in der neuen Situation zurechtfinde. Ich arbeite dann ja ab Februar das erste Mal auch voll, somit wird das sicherlich nochmal eine große Umstellung. Dazu kommt der Umzugsstress, der sicherlich erstmal viel Zeit beanspruchen wird. Nun ja, lange Rede, kurzer Sinn: Wie es mit dem Blog weitergeht, steht noch in den Sternen. Ich weiß bloß, dass ich ihn nicht ganz aufgeben will, auf keinen Fall, aber andererseits will ich auch nicht nur sporadisch mal alle paar Monate etwas posten, das wär mir auch zu wenig und zu halbherzig. Ich muss das gedanklich noch ein bisschen hin- und herwälzen.

Zwischenzeitlich aber noch eine kleine Meldung: Ich hatte die Ehre, von der lieben (und geduldigen) Elena interviewt zu werden für ihre monatliche Reihe "Nachgefragt bei..." auf Leseträume. Der erste Teil ist schon online, der zweite soll dann heute noch folgen. Wenn Euch also interessiert, wie ich zum Bloggen gekommen bin, was für mich eine gute Rezension ausmacht oder wie mein Blogname entstanden ist, müsst Ihr einfach dem Link folgen. Ich habe mir Mühe gegeben, die Fragen ausführlich zu beantworten. :) 

So, nun wünsche ich Euch aber erstmal einen guten Rutsch ins neue Jahr. Lasst es ordentlich krachen, und dann freue ich mich auf einen guten Start ins nächste Bloggerjahr. 

Dienstag, 23. Oktober 2012

[Miscellaneous] Examenspause

So, nun ist es soweit, die heiße Phase für mein zweites Staatsexamen geht los! Es ist nicht mehr viel bis zu meiner Prüfung, das heißt, dass hier für ein bisschen erstmal Funkstille herrscht. Sobald ich mit der Prüfung durch bin, werde ich mich wieder melden, und dann vielleicht auch ein paar Rezensionen nachholen. Denn zwischendurch lesen schaffe ich trotzdem ein bisschen, ich würde sonst wahrscheinlich auch weich in der Birne werden. ;) Ansonsten ist aber viel Lernen und Vorbereiten angesagt. 
Also, auf dann! Drückt mir die Daumen. :)

Dienstag, 16. Oktober 2012

Elfenkrieg - Sabrina Qunaj

Vorsicht! Diese Rezension, hauptsächlich die Inhaltsangabe, die Meinung eigentlich nicht, enthält massive Spoiler zum ersten Teil Elfenmagie! Der Rest ist eigentlich nur eine Hommage an die Autorin und das Buch. ;)

Rezension zu Teil 1 Elfenmagie

Inhalt
Es sind 84 Jahre vergangen, seit dem verhängnisvollem Tag, an dem das Elfenreich wieder vereint wurde, an dem so viele Elfen ihr Leben lassen mussten. Alle hatten gehofft, dass nun Frieden in Elvion einkehrt, doch nun bedroht eine neue Macht das Reich. Feindliche Priester zerstören nach und nach alle Tempel und Orakel, und sie werden von einem merkwürdigen Nebel umgeben, der es unmöglich macht, diese zu besiegen. Nevliin und Ardemir versuchen, sie aufzuhalten, kämpfen jedoch auf verlorenem Posten. Dazu kommt, dass diese Nebelpriester von Drachen Unterstützung bekommen, doch woher kommen diese? Stecken die Drachenelfen hinter den Angriffen? Ratlos wenden sich Liadan und ihre Ritter an Eamon, der seit dem Tod von Vanora und dem Ende des Krieges in der Welt der Menschen lebt, doch wird er ihnen helfen können?

Meinung
Ich möchte Euch gleich vorwarnen, denn diese Rezension wird mit Sicherheit inflationär von Worten wie fantastisch, großartig, wunderbar und unglaublich Gebrauch machen, weil ich sonst nicht so recht weiß, wie ich ausdrücken soll, wie sehr ich dieses Buch liebe. Ich dachte, nach dem großartigen (ha, da haben wir schon das erste "großartig" ^^) ersten Band Elfenmagie kann es keine Steigerung mehr geben, aber Sabrina Qunaj hat mich eines Besseren belehrt.

Wenige Bücher schaffen es, dass ich von der ersten Seite an gefesselt bin von der Handlung, doch dieses Buch ist eines davon. Es gibt kein großes Vorgeplänkel, man taucht sofort in den neuen Konflikt, der das Elfenreich Elvion bedroht, ein. Wieder einmal wird das Buch aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Hauptsächlich kommen Ardemir, Eamons und Liadans Vetter, Eamon selbst, Vinae, die Tochter der Magierin Meara Thesalis, und Aurün, die Königin der Drachenelfen, zu Wort. Ein paar weitere Charaktere schildern ihre Sicht der Dinge in einigen wenigen Kapiteln, aber diese sollen hier noch nicht verraten werden. Jede Perspektive bringt die Handlung auf ihre eigene Art und Weise voran, und man erfährt immer erst einmal genauso viel, wie uns die Autorin zugestehen will. Dadurch entwickelt sich eine unglaubliche Spannung, die einen buchstäblich an den Seiten kleben lässt. 

Dazu kommt, dass Sabrina Qunaj ein außerordentliches Gespür für ihre Charaktere hat. Solch vielschichtige und facettenreiche Charaktere sind mir selten begegnet, wie sie einem in diesem Buch unterkommen. Wie sie auch selbst ihre Figuren mehrmals reflektieren lässt, gibt es bei allen Personen Licht und Schatten, Gut und Böse. Hier wirkt nichts stereotyp, stattdessen ist man mehr als einmal überrascht, welche Wendung eine Person nimmt. Wirklich ausgenommen jeder hat mindestens einen guten oder schlechten Wesenszug an sich, egal, ob man ihn oder sie eher auf der "guten" oder "bösen" Seite einordnet, Beispiele hierfür sind vor allem Meara, die Magierin, und Gregoran, ein neuer Charakter, den wir im Buch kennenlernen. Es ist fantastisch, wie Sabrina Qunaj es schafft, dass die Leser Empathie mit diesen Figuren empfinden, es sich auf der nächsten Seite aber wieder nicht nehmen lässt, diese abgrundtief böse darzustellen, so dass wir tiefen Hass spüren.

Beeindruckt hat mich schon im ersten Band, wie mutig diese Autorin ist, denn ihre Entscheidungen über ihre Figuren und Handlungen im Buch sind alles andere als herkömmlich. Ein Happy End im eigentlichen Sinne sucht man hier vergeblich, was für mich aber ein absolutes Pro dieses Buchs ist. Klar, man liest sowas auch mal ganz gerne, dass alle glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende sind, aber es hätte einfach auch nicht zu den Charakteren in Elfenkrieg gepasst. Jede Entscheidung hat unweigerlich Konsequenzen für andere Charaktere im Buch, weswegen man auch als Leser manchmal enttäuscht, manchmal schockiert und manchmal vollkommen niedergeschlagen zurück bleibt. Doch diese tiefen Gefühle, seien sie auch manchmal schwer zu ertragen, sind so verdammt echt, dass ich mich nur in absoluter Hochachtung vor der Autorin verneigen kann. Schon lange war ich nicht mehr so absolut aufgelöst, nachdem ich ein Buch zugeschlagen habe, aber hier saß ich auf meiner Couch und mir liefen ununterbrochen Tränen über die Wangen, weil es so unglaublich schön, grausam, hoffnungsvoll, schrecklich, traurig und freudebringend zugleich war.

Fazit
Im Endeffekt kann ich meinen Lobgesang auf Sabrina Qunaj und dieses unglaubliche Buch nur so zusammenfassen: Wer auch nur ansatzweise etwas mit High Fantasy anfangen kann, ist ein Narr, wenn er sich dieses Buch entgehen lässt. Fantastisch! Großartig! Wunderbar! Unglaublich!

Bewertung
Öhm... keine Überraschung, oder? Das Buch sprengt fast meine Wertung, ich vergebe 5 von 5 Blumen





Reiheninformation
Bisher sind zwei Bände in dieser Reihe erschienen. Laut Sabrina Qunaj gibt es noch keine konkreten Pläne für einen dritten Band, allerdings hat sie durchaus Ideen und würde gern wieder nach Elvion zurückkehren. Ich kann diese Hoffnung nur unterstützen, denn ich bin auch der Meinung, dass noch nicht alle Geschichten erzählt wurden. Ich hoffe, wir sehen einige meiner liebgewonnenen Elfen wieder. 

  • Elfenmagie
  • Elfenkrieg

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Seeking Crystal - Joss Stirling

Achtung! Da es sich um den dritten Band einer Reihe handelt, enthält die Rezension Spoiler zu vorangegangen Teilen!

Rezension zu Teil 1 Finding Sky
Rezension zu Teil 2 Stealing Phoenix

Inhalt
Crystal kommt aus einer großen Familie von Savants, und ist so etwas wie das schwarze Schaf der Familie. Ihre Gabe ist es, verlorene Dinge wiederzufinden, zwar ganz praktisch, wenn man mal einen Schlüssel verlegt hat, doch nicht wirklich etwas, was die Welt verändert. Zudem kann sie nicht einmal telepathisch kommunizieren, wie alle anderen Savants, denn davon wird ihr immer schlecht. Als sie zusammen mit ihrer Schwester Diamond auf einem Savant-Kongress ist, lernt sie Xavier Benedict kennen, zu dem sie anfangs eher eine Hassliebe verbindet. Nach und nach nähern sich die beiden an, aber wie soll man seinen Soulfinder ohne die Fähigkeit zur Telepathie finden? Kann es vielleicht wirklich Xav sein? Als Crystal in große Gefahr gerät und Xavs Hilfe braucht, kommt die Wahrheit ans Licht...

Meinung
Als Vorbereitung auf diese Rezension habe ich mir eben noch einmal meine Rezensionen zu den anderen beiden Teilen durchgelesen, damit ich mich nicht wiederhole, aber auch, um zu sehen, wie meine Meinung da ausfiel, und ich muss sagen: Im Vergleich dazu ist meine Begeisterung diesmal etwas gedämpft, wenn auch nicht vollkommen verschwunden.

Wieder einmal stellt uns Joss Stirling in ihrem neuesten Werk eine neue weibliche Hauptperson vor, die im Mittelpunkt der Geschichte steht. Auch Crystal wächst einem wieder schnell ans Herz, Humor und Schlagfertigkeit machen sie aus. Allerdings muss ich sagen, dass so langsam aber sicher immer mehr Parallelen zu schon dagewesenen Personen, sprich Sky und Phoenix, deutlich werden. Diese beiden waren nämlich auch beide schon schlagfertig und lustig, mussten beschützt werden, hatten ein Geheimnis, dass erst langsam aufgedeckt wird usw. Dasselbe gilt für Xav, der zu einem großen Teil Charaktereigenschaften seiner Brüder aufweist. Ein bisschen schade, denn an sich mag ich die Personen sehr, auch all diese Eigenschaften, aber wenn man dann schon dreimal Ähnliches gelesen hat, wird es ein bisschen langweilig und man fragt sich, ob Frau Stirling auch noch andere Figuren entwerfen kann. Einige Eigenheiten haben die beiden aber doch, und besonders ihre Hassliebe am Anfang sorgt für den ein oder anderen Lacher. :)

Die Handlung unterscheidet sich dieses Mal zum Glück etwas von den anderen. Klar, wir haben wieder ansatzweise ein Verbrechen, was aufgeklärt werden muss, aber in diesem Band dreht es sich wirklich hauptsächlich um die Familie selbst, die davon betroffen ist, und nicht gleich das ganze Land oder die Welt oder sonstwas. Auch das Setting, nämlich das wunderschöne Venedig, hat mir sehr gefallen. Trotzdem kann Joss Stirling weiterhin dick auftragen, das steht fest, dieses Mal wartet sie mit einem fiktiven Weltstar als Nebenperson auf, der dann plötzlich doch ganz schön viel zu tun hat als lediglich vor der Kamera zu stehen, um einen Film zu drehen. Hmm... das war mir doch etwas zu unrealistisch, leider. Und auch, wenn die Handlung einen anderen Fokus hat, sehen wir wieder viele Parallelen zu den anderen Bänden. Warum zum Beispiel muss wirklich immer die ganze Familie auf den Plan treten?? Kann es nicht einmal wirklich nur um die Protagonisten gehen? Natürlich lese ich gern von der Familie, aber dieses Mal fand ich es wirklich etwas überflüssig.

Damit zusammenhängend, fand ich es schade, dass in diesem Band sehr wenig Fokus auf der eigentlichen Liebesgeschichte liegt, das hat mich überrascht. Ich erwarte einfach viel Liebesgeplänkel, wenn ich einen Band der Benedicts in die Hand nehme, aber in Seeking Crystal geht es sehr viel um die Selbstfindung eben dieser Crystal (was für ein Wortspiel! ^^), dann auch wieder sehr viel um die anderen Paare, die in den vorherigen Bänden eine Rolle spielten, nämlich Zed und Sky, Saul und Karla sowie Yves und Phoenix. Dabei mochte ich Xav doch so gern mit seiner leicht spröden Art! Er hätte mehr Raum gebraucht, der leider nicht da war. Was bei den anderen Bänden vielleicht dem ein oder anderen zu viel war, hat hier gefehlt. Und Joss Stirling bleibt auch weiterhin sehr keusch in allem, was sie schreibt. Als erwachsene Leserin frustriert einen das schon manchmal, andererseits muss ich das wohl in Kauf nehmen, wenn ich gern Jugendbücher aus Amerika lese. Nerven tut es trotzdem!

Fazit
Leider besitzt der dritte Band zu viele Parallelen zu den Vorgängern, die doch sehr ins Auge stechen und es ein bisschen langweilig werden lassen. Das bedeutet aber lange nicht, dass ich das Buch nicht mochte. Im Gegenteil, so hatte ich es doch wieder innerhalb eines Tages ausgelesen. Aber mittlerweile entdecke ich doch einige Schwächen, die sich mehren, weswegen ich hoffe, dass Joss Stirling im nächsten Band etwas mehr Innovationsgeist beweist und aus ihrem üblichen Schema F ausbricht, um mich ein weiteres Mal, so wie beim ersten Band, vollkommen begeistern zu können.

Bewertung
Im Hinblick auf meine Liebe zu den Benedicts gibt es großzügige 3,5 von 5 Blumen. :)


Reiheninformation
In dieser Reihe sind mittlerweile drei Teile auf Englisch erschienen. Wann es mit den Benedicts weitergeht, steht in den Sternen, denn Joss Stirling steckt gerade noch in Verhandlungen mit ihrem Verlag. Ich hoffe sehr, dass wir noch von Victor, Uriel und Will hören werden. Auf Deutsch erscheint demnächst der zweite Teil, mit einem sehr merkwürdigen Titel, warum ändert man denn sowas?!
  • Finding Sky / Die Macht der Seelen. Finding Sky
  • Stealing Phoenix / Die Macht der Seelen. Saving Phoenix (erscheint im November 2012)
  • Seeking Crystal / Deutscher Titel sowie Erscheinungstermin unbekannt
 Englisch:


Deutsch: 



Dienstag, 9. Oktober 2012

Flammen über Arcadion - Bernd Perplies

Inhalt
Hatte Carya bisher ein ganz normales, einfaches Leben in Arcadion geführt, ändert sich dieses von einem Tag auf den anderen, denn durch das Zutun einer Freundin sitzt sie plötzlich in einer Verhandlung, bei der ein Invitro, so werden in ihrer Welt die künstlich erschaffenen Menschen genannt, gefoltert wird. Caryas Weltbild wird in den Grundfesten erschüttert, und im Affekt schießt sie auf die Menschen, die dafür verantwortlich sind: der Lux Dei, die Inquisitoren von Arcadion. Von nun an ist sie auf der Flucht und ihre einzigen Begleiter sind Jonan, ein fahnenflüchtiger Soldat, und der Straßenjunge Pitlit. Auf der Flucht entdeckt sie immer mehr Geheimnisse der Lux Dei, aber auch ein lange vergessenes Geheimnis über ihre eigene Herkunft, welches ihr unerwartete Verbündete verschafft...

Meinung
Für mich waren die Bücher von Bernd Perplies bisher immer ein einziges Auf und Ab, denn die Magierdämmerung-Trilogie hatte sehr viele Höhen, aber doch auch deutliche Schwächen, besonders im letzten Band. Auch hier bestätigt sich wieder meine Erfahrung mit diesem Autor, denn obwohl ich das Buch wirklich gern mochte, sind doch wieder einige Probleme für mich aufgetaucht. Aber fangen wir doch erstmal bei den Stärken an, denn da gibt es durchaus auch einige.

Wieder einmal entführt uns Bernd Perplies in eine teilweise bekannte, aber auch zum Teil vollkommen neue Welt. Dieses Mal ist es nicht das vergangene, Steampunk-trächtige London, sondern das post-apokalyptische Rom. In dieser neuen Welt heißt es allerdings Arcadion, doch die Hinweise sind eindeutig genug, um es als ehemaliges Rom bzw. Vatikanstadt zu identifizieren. So liegt es laut Autor auf einem stiefelförmigen Land, zudem gibt es eine Engelsburg und einen riesigen Dom im Mittelpunkt der Stadt. Auch die Menschen dort haben italienisch klingende Namen. Ich mag diese Art, dass er immer etwas nimmt, was einem im Ansatz schon vertraut ist, es aber doch so verändert, dass man wieder Neues entdecken kann. So auch in Arcadion: Diese dystopische Welt ist geprägt von einem Schrecken, den die Menschen als die "dunklen Jahre" bezeichnen, eine nicht näher bezeichnete Katastrophe, die sich einige Jahre vor der Handlung im Buch zugetragen hat und große Teile der Erde unbewohnbar gemacht hat. Bernd Perplies erklärt die Umgebung und die Zustände in Arcadion sehr genau, man kann es sich gut vorstellen, indem man die Bilder, die man eh schon von Rom im Kopf hat, ein wenig ergänzt bzw. abändert.

Die Handlung verfügt über einen größtenteils gelungenen Spannungsbogen, bis auf ein paar wenige Längen am Anfang und in der Mitte. Das Ende jedoch hat mich vollkommen überzeugt, so wie auch schon in seinen vorherigen Büchern, denn ein Händchen für actiongeladene Finale hat er definitiv. Auch hatte ich keine großen Schwierigkeiten, mit den Figuren warm zu werden, denn sowohl Carya, als auch Jonan und Pitlit, sowie die Nebenpersonen sind einem schnell sympathisch. 

Hier kommen wir allerdings schon zu einer der Schwächen des Buches: Die Charakterkonstellation war für mich meist sehr unvollständig und oberflächlich. Ob es nun die sich langsam anbahnende Liebesbeziehung zwischen Jonan und Carya, die Freundschaft zwischen Carya und ihrer besten Freundin Rajael oder zwischen Jonan und seinem Freund Lucai ist, irgendwie habe ich diese Beziehungen und auch andere nicht recht ernst nehmen können. Hier bleibt der Autor leider etwas oberflächlich, so dass es stellenweise unglaubwürdig wird. Schade! Denn Potential haben alle diese Figuren für sich allein, nur im Zusammenspiel wirken sie nicht authentisch. Dadurch entstehen einige Logiklöcher, z.B. kann man als Leser nur wenig nachvollziehen, warum Jonan ganz plötzlich Carya zu Hilfe kommt, obwohl er sie erst einmal vorher gesehen und nicht einmal mit ihr gesprochen hat und sie eigentlich verhaften sollte. Instant Love lässt grüßen. 

Aber nicht nur seine Personen bleiben ein bisschen in der Oberflächlichkeit zurück, sondern auch sein Plot. Vielleicht liegt es daran, dass es der erste Band für eine Trilogie (?) ist, aber ein bisschen unbefriedigt bin ich schon, was die ganzen Hintergründe angeht. Immerzu werden von irgendwelchen diffusen Bedrohungen aus anderen Ländern gesprochen, Namen wie Austrogermania und Mondkaiser werden in den Raum geworfen, aber nie so richtig erklärt, man kann sich nur seinen Teil denken. Auch die ganze Entstehung dieser neuen Welt wird noch sehr im Dunkeln gelassen, wir erfahren zwar von dem ungefähren Aufbau von Arcadions System und eben von diesen nicht weiter definierten "dunklen Jahren", ausgelöst durch einen sogenannten Sternenfall, von Strahlenbelastung im Umland von Arcadion, von einem Ödland und Mutanten, aber warum, wieso, weshalb, wird nicht weiter erklärt. Gerade für einen ersten Band einer dystopischen Reihe, der uns ja eigentlich auch zum großen Teil in diese neue Welt einführen soll, erwarte ich da sehr viel mehr Informationen. 

Mein letzter Kritikpunkt bezieht sich auf bestimmte Begriffe, mit denen Menschengruppen in dieser Welt bezeichnet werden. Bernd Perplies redet zum einen von "Mutanten", die nichts weiter sind als Menschen, die scheinbar verstrahlt wurden, und daher mit Missbildungen oder Krankheiten leben müssen. Ich finde diesen Begriff einfach sehr irreführend, und zudem sehr herabwertend. Ich verstehe es ja noch, wenn die Propaganda von Arcadion diese Menschen immer noch als Mutanten betitelt, aber warum machen das die Hauptpersonen auch weiterhin, nachdem sie sich sogar mit einigen von ihnen befreunden? Dasselbe gilt für den Begriff "Invitro" oder "Künstlicher". In meinen Augen ein weiterer diskriminierender Begriff, der nicht aus der Perspektive der Personen benutzt werden sollte, die sich gegen solche Propaganda auflehnen.

Fazit
Insgesamt ist also mein Ausflug mit Bernd Perplies wieder einmal sehr durchwachsen gewesen. So bleiben einige Beziehungen zwischen den Charakteren oberflächlich, zudem geht Herr Perplies leider sehr sparsam mit Informationen um, die die Hintergründe seiner neuen Welt betreffen. Und doch: Das Finale des Buches hat mich gepackt, so dass ich auf jeden Fall den zweiten Band dieser Reihe lesen möchte, denn großes Potential hat die Geschichte definitiv, so dass durchaus noch Steigerung möglich ist. Ich bin darauf gespannt, wie es mit Jonan und Carya weitergeht.

Bewertung
4 von 5 Blumen! Vielen Dank an LYX für dieses Rezensionsexemplar!

Reiheninformation
Ganz sicher bin ich mir nicht, aber ich glaube, auch diese Reihe wird wieder eine Trilogie. Der zweite Teil Im Schatten des Mondkaisers (aha, da ist er wieder, dieser ominöse Mondkaiser!!! ^^) wird im März 2013 wieder bei LYX erscheinen. Im Übrigen finde ich die Cover wirklich sehr gelungen! In echt sieht Flammen über Arcadion noch viel schöner aus, mit einigen Spotlack-Highlights. ♥



Sonntag, 30. September 2012

Luzie & Leander 6. Verboten tapfer - Bettina Belitz

Achtung! Da es sich um den mittlerweile 6. Teil einer Reihe handelt, enthält die Rezension auf jeden Fall Spoiler zu vorangegangenen Bänden!

Rezension zu Teil 3 Verzwickt chaotisch
Rezension zu Teil 4 Verblüffend stürmisch
Rezension zu Teil 5 Verwünscht gefährlich

Inhalt
Endlich hat Leander den Dreisprung geschafft! Doch das bringt auch einige Probleme mit sich: Leander ist nämlich nun zwar unsichtbar für seine Truppe und daher nicht mehr in Gefahr, aber er bleibt auch weiterhin für die Menschen, außer Luzie, unsichtbar, hat nun aber auch einen menschlichen Körper, mit all seinen Schwächen. Ohne jemals Abwehrkräfte entwickelt zu haben, wird Leander daher sehr krank, und Luzie verzweifelt, weil sie nicht mehr weiß, wie sie ihm helfen soll. Sie kann ja schlecht einen Arzt holen und ihn untersuchen lassen! Dazu kommt, dass in der Schule die Projektwoche ansteht, zu dem Luzie mit ihren Jungs etwas beitragen muss, aber das Thema ist nicht besonders Luzie-freundlich: Ludwigshafens Next Topmodel... Was soll denn dieser Mist schon wieder?!

Meinung
Jedes Mal wieder fiebere ich auf einen neuen Teil von meinem Chaos-Duo hin, und ich wurde bisher nie enttäuscht, auch diesmal nicht.

Wieder einmal begeben wir uns zusammen mit Luzie und ihrem ehemaligen Schutzengel - pardon - Sky Patrol Leander auf ein Abenteuer der Extraklasse. Es ist Winter in Ludwigshafen und Luzie kommt langsam wieder zur Ruhe, nachdem die Ereignisse wegen Leanders Dreisprung alle ganz schön mitgenommen haben. Aber lange hält die Ruhe ja nie, denn Leander bringt immer wieder viel Chaos in die Welt der Familie Morgenroth und allen Umstehenden, so auch diesmal. Denn Leander wird krank, und Luzie wird langsam bange, dass man ihn "entdecken" könnte, denn mittlerweile hört Mutter Morgenroth ihn sogar husten, und dieser Husten hat es ja leider in sich. 

Langsam, aber sicher werden die Bücher um die beiden Chaoten immer erwachsener: Luzie wird reifer, sie hat sich verändert, aber auch ihre Jungs sowie Leander entwickeln sich weiter. Und auch, wenn die Themen ernster werden, bleibt diese Leichtigkeit, die man aus den vorherigen Bänden kennt, immer erhalten. Bettina Belitz hat es wirklich drauf, immer wieder Situationen zu erschaffen, die schon manchmal an Slapstick-Comedy erinnern, und ihre schrulligen Charaktere sind dann das Tüpfelchen auf dem i. Dieses Mal kommt eine besonders kuriose Person zu dem schon sehr ausgefallenen Cast dazu: Herr May, der schwule Sportlehrer. Herrlich! Diesen habe ich sofort ins Herz geschlossen, mit seinen merkwürdigen Marotten und seinem leicht trotteligen und treudoofen Auftreten. Weiterhin bleibt von Luzies Jungs Serdan mein Liebling, daher war ich auch froh, dass er dieses Mal wieder eine etwas tragendere Rolle einnahm, nachdem ich ihn im fünften Teil etwas vermisst hatte.

Ein weiteres Mal steht die Bedeutung von Freundschaft und Liebe im Fokus der Geschichte, und es wird zum Schluss wieder äußerst dramatisch. Dieses unglaubliche Finale, ich hatte es förmlich vor meinen Augen! Wie kommt Bettina Belitz nur immer wieder auf diese tollen Ideen, die sie dann auch noch so plastisch beschreibt? Ich hatte wirklich das Gefühl, ich wäre live dabei, mehr will ich dazu allerdings nicht sagen, weil das sonst arg spoilern würde. Ich jedenfalls hatte richtig Herzklopfen die ganze Zeit, und ich denke, so wird es allen gehen. Zwischendurch liefen bei mir sogar einmal die Tränen, ihr seht also, dass das Buch wieder einmal ein Feuerwerk der Gefühle auslöst, sowohl beim Leser als auch bei den Protagonisten im Buch. Das lässt mich auf zwei tolle letzte Bände der Reihe hoffen, da wird es sicher nochmal sehr spannend und nervenaufreibend. 

Fazit
Schrullige Charaktere, eine Story voller Dramatik, aber auch Komik, und das Chaos-Duo wieder mittendrin. Was soll ich da noch sagen außer: LESEN, LESEN, LESEN!!! 

Bewertung
Keine Frage, mal wieder volle Punktzahl, 5 von 5 Blumen. Vielen Dank an Loewe für das Rezensionsexemplar!

 

Reiheninformation
Teil 1-5 sind alle bei Loewe erschienen. Teil 6 wird am 9.10.12 erscheinen, natürlich wieder bei Loewe. Insgesamt sollen es acht Bände werden. 
  • Verflucht himmlisch
  • Verdammt feurig
  • Verzwickt chaotisch
  • Verblüffend stürmisch
  • Verwünscht gefährlich
  • Verboten tapfer

Freitag, 21. September 2012

The Rise of Nine - Pittacus Lore

Vorsicht! Da es sich um die Rezension zum dritten Teil einer Reihe handelt, enthält sie Spoiler zu den vorhergehenden Teilen!

Rezension zu Teil 1 I Am Number Four
Rezension zu Teil 2 The Power of Six

Inhalt
Nach den aufreibenden Ereignissen in Spanien und in den USA, versuchen die verbleibenden Mitglieder der Garde endlich zusammenzufinden. Dies gestaltet sich allerdings als etwas schwierig: Während Nine und John versuchen, die anderen aufzuspüren, und dabei die ganze Zeit darüber streiten, wie und ob sie Sam aus seiner Gefangenschaft bei den Mogs befreien sollen, suchen die restlichen Loric nach den noch verschollenen Nummern. Und tatsächlich: Es gibt eine Spur, die darauf hindeutet, dass sich Nummer Fünf in Indien aufhält. Sie brechen dahin auf, werden unterwegs aber vom Militär angegriffen, vor dem sie fliehen müssen. Werden sie Five noch rechtzeitig finden und dann zu John und Nine stoßen können?

Meinung
Seitdem ich den Film zum ersten Teil sah, bin ich ein erklärter Fan dieser Reihe. Umso schlimmer finde ich es, dass die Reihe filmisch anscheinend nicht weitergeführt wird, zumindest nicht momentan. Aber das ist eine andere Geschichte... Mit diesem Teil hat das Autorenduo, was unter dem Namen Pittacus Lore schreibt, wieder einen actiongeladenen Roman hingelegt, der kaum noch Wünsche offen lässt, bis auf den einen nach dem nächsten Band. 

Dieses Mal wird wiederum eine neue Perspektive hinzugefügt; während im ersten Band nur John allein die Geschichte erzählte, kam im zweiten Band Marina, Nummer Sieben, dazu. In The Rise of Nine bleiben diese beiden Perspektiven erhalten, dazu kommt Six, die auch einen Großteil der Erzählung beiträgt. Erkenntlich wird der Wechsel der Perspektiven auch durch drei verschiedene Schriftarten, allerdings muss ich sagen, dass ich öfter überlegt habe, wessen Schriftart jetzt welche ist, weil sie sich nicht viel unterschieden. Überschriften oder etwas ähnliches wären vielleicht effektiver gewesen.

Dennoch mochte ich diesen Wechsel der Perspektiven, denn nur durch sie können wir auch den gesamten Plot verstehen. Die Mitglieder der Garde befinden sich immer wieder an vollkommen verschiedenen Orten der Erde, und versuchen verzweifelt, wieder zusammenzukommen, was sich als gar nicht so einfach gestaltet. Hätten wir nicht drei verschiedene Erzählperspektiven, könnten wir dies nicht begreifen, und es wäre nahezu unmöglich, die Geschichte zu erzählen.

Wiederum ist die Handlung so actiongeladen, dass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen geradezu eingeatmet habe. Es gibt in diesem Buch eigentlich kein Kapitel, was wirklich zum Verschnaufen einlädt, und man will immer wissen, wie es weitergeht. Ein paar Wendungen und Überraschungen tragen nur zu diesem Pageturner-Effekt bei. Auch die neu eingeführten Nummern gefallen mir äußerst gut. Wir wissen ja schon von Nine, den Rest verrate ich noch nicht. ;) Aber besonders Nine ist mir auch seeeehr ans Herz gewachsen. Erst denkt man wie John, der ihn anfangs überhaupt nicht leiden kann, denn scheinbar ist alles ein Witz für Nummer Neun. Doch langsam, aber sicher, merken wir wie John auch, dass mehr dahinter steckt, und dass er mit seinem Humor teilweise versucht, seine Sorgen und Ängste zu verbergen. Ein tiefgründiger Charakter, der immer für einen Lacher sorgt und somit das ganze etwas auflockert. Doch, ich mag ihn sehr sehr sehr. 

Nicht so gut gefallen hat mir das Ende. Einerseits kann es daher rühren, dass es wieder einen ziemlichen Cliffhanger gibt und ich mich wirklich gefühlt habe, als ob ich noch ein bisschen in der Luft hänge. Es könnte auch sein, dass ich etwas unbefriedigt war, weil einige meiner vielen bohrenden Fragen noch nicht beantwortet wurden. Andererseits wurde die Handlung dieses Teils schon zufriedenstellend beendet, wenn man bedenkt, dass noch drei weitere Teile folgen sollen, und somit noch viel Zeit bleibt, alles zu beantworten, was mir auf der Seele brennt.

Eins muss mir allerdings mal jemand erklären: Warum zum Teufel heißt dieser Band The Rise of Nine (auf dt. etwa Der Aufstieg von/der Neun)??? Ich dachte vorher, dass vielleicht Nummer Neun eine bedeutende Rolle einnimmt, aber dem ist nicht so. Klar, er kämpft wie die anderen auch, aber eben auch nicht mehr oder weniger als die anderen. Neun Loric sind es ja nun mittlerweile auch nicht mehr, somit kann es auch nicht darauf abzielen. Ich bin da wirklich verwirrt!

Fazit
Nichtsdestotrotz ist das Buch wieder hervorragend: Die Geschichte wird überzeugend weitergeführt, mit interessanten Neuzugängen zur bisherigen Besetzung und einem spannungsgeladenen Plot. Wer wirklich mal ein gutes Young Adult-Buch im Science Fiction-Sektor lesen will, sollte auf keinen Fall an Pittacus Lore vorbeigehen. Wann kommt Teil 4??? 

Bewertung
5 von 5 Blumen! 


Reiheninformation
Die Reihe wird voraussichtlich sechs Bände umschließen, die ersten drei Bände sind auf Englisch erschienen, auf Deutsch die ersten zwei Bände (beim Aufbau-Verlag). Zudem gibt es ein paar Novellas, die Hintergrundgeschichten erzählen (The Lost Files: Six's Legacy, The Lost Files: Nine's Legacy, The Lost Files: The Fallen Legacies, The Lost Files: The Search for Sam). Titel und Erscheinungsdatum der restlichen drei Bände, sowie des deutschen dritten Bandes sind noch nicht bekannt.


  • I Am Number Four / Ich bin Nummer Vier
  • The Power of Six / Die Macht der Sechs
  • The Rise of Nine

Samstag, 8. September 2012

Linna singt - Bettina Belitz

Inhalt
Einige Jahre haben sie sich nicht mehr gesehen, nun kommen aber die Bandmitglieder von "Linna singt" noch einmal zusammen, um ein Konzert zu geben. Dazu fahren sie alle zusammen auf eine Hütte in den Alpen, um ungestört proben zu können. Linna, die in der Band Sängerin war, hat jedoch ihre Gründe, warum sie diesem Ereignis mit eher gemischten Gefühlen entgegen sieht: Denn sie war es damals, die die Band aufgelöst hat, weswegen die anderen ihr grämen, zudem ist auch Falk anwesend, mit dem sie damals eine Nacht verbracht hat und diese nie wieder vergessen konnte. Linnas Befürchtungen bewahrheiten sich schnell, denn irgendwer hat es auf sie abgesehen, und in der Hütte bricht schnell das Chaos aus, Psychoterror inklusive... 

Meinung
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es mir sehr schwerfallen wird, diese Rezension zu schreiben, denn ich bin immer noch, obwohl ich das Buch schon etwas sacken lassen habe, unentschlossen, wie ich es bewerten soll. Zudem ist Bettina Belitz eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen, da fällt es mir gleich noch einmal doppelt so schwer, aber ich werde es versuchen.

Nachdem Bettina Belitz schon sehr viel Fantasy geschrieben hat, sowohl für Jugendliche als auch für junge Erwachsene, gibt es hier mal wieder einen Roman von ihr, der sich einzig und allein mit der Realität beschäftigt, ohne Nachtmahre oder Schutzengel weit und breit. Darüber habe ich mich von vornherein sehr gefreut, denn ich weiß, dass gerade das Frau Belitz sehr gut kann. 

Ihr Schreibstil ist mal wieder ein Genuss: Klar, geradeheraus, und trotzdem manchmal poetisch angehaucht, beschreibt sie uns die Geschehnisse rund um die ehemalige Band "Linna singt" und wie sie versuchen, sich wieder zusammenzuraufen. Bettina Belitz hat einfach ein Talent wie keine andere, die Dinge beim Namen zu nennen, und da dieses Buch auch für ein erwachsenes Publikum gedacht ist, werden hier noch mehr Dinge beim Namen genannt als sonst. Ein paar wenige erotische Szenen beschreibt sie erfrischend nüchtern und ohne den verklärten Blick einer Romantikerin, sondern eher aus den Augen einer Praktikerin. Auch ansonsten lässt sie uns an Linnas Gedanken, aus deren Sicht die Geschichte geschrieben ist, uneingeschränkt teilhaben, und diese Detailtreue rechne ich ihr hoch an, das war sicher nicht immer so leicht. Denn mit Linna hat sie wahrlich keinen einfachen Charakter entworfen: Falk beschreibt sie im Buch als undurchschaubar, mal heiß, dann wieder kalt, und genau so kommt sie auch von Anfang bei mir an. Nach außen hin gibt sie die toughe Zicke, aber in ihr sieht es ganz anders aus, denn sie wird von einigen Dämonen ihrer Vergangenheit verfolgt, die sie alle schlecht verarbeitet hat. So viele Facetten wie bei Linna findet man wirklich selten in Charakteren.

Trotzdem habe ich in der ganzen Zeit nie verstanden, warum genau die anderen es von Anfang an auf Linna abgesehen haben. In der Zeit auf der Hütte passieren einige merkwürdige Sachen, ab und zu mutet die Geschichte fast wie ein Thriller an, denn es werden auch einige Psychospielchen gespielt, die einem Angst einjagen können. Doch alle verdächtigen sofort Linna; im Prinzip hat sie anfangs überhaupt keine Freunde dort, obwohl Bettina Belitz oft Rückblenden einbaut, in der Linna über die Anfänge der Band berichtet, und über die Freundschaft zu den anderen. Wie kann es sein, dass, nur weil Linna damals die Band auflöste, auf einmal plötzlich alle auf ihr herumhacken und sie teilweise schon richtig angreifen? Mir wurde das bis zum Schluss nicht ganz klar, obwohl natürlich einige Geschehnisse aufgeklärt werden. Ich muss ehrlich sein: Ich fand es zwischendurch doch etwas überzogen, was dort abging. Ich persönlich hätte in solch einer Situation meinen angeblichen Freunden einfach den Rücken gekehrt und wäre wieder gefahren (und das ging durchaus, falls da jetzt jemand etwas einwerfen möchte - ich möchte allerdings nicht spoilern). Aber nein, Linna erträgt alles stoisch, lässt jede Anschuldigung über sich ergehen, zieht sich dann in ihr Zimmer zurück und denkt endlos lange darüber nach, kommt aber lange zu keinem Schluss. Das zog sich doch etwas. 

Die Auflösung zum Schluss, wer denn nun für den Psychoterror verantwortlich ist, ist dann sehr einleuchtend und erklärt so manches, allerdings hatte ich etwas in der Art schon etwas länger vermutet, und war nicht den offensichtlichen Weg gegangen, den Falk und Linna in ihren Anschuldigungen gehen. Für mich war es einfach augenscheinlich, den Charakter zu verdächtigen, der für die anderen überhaupt nicht auf dem Schirm stand. Naja, so ist das wohl manchmal bei solchen thrillerartigen Geschichten. 

Fazit
Insgesamt bin ich also mal wieder unentschlossen: Auf der Pro-Seite stehen definitiv wieder die unglaublichen Schreibkünste von Bettina Belitz, und ihr Auge fürs Detail, auf der Contra-Seite, dass ich die Geschehnisse nicht immer ganz glaubwürdig fand und etwas langatmig. Empfehlenswert ist das Buch aber auf jeden Fall für Leser, die große Musik-Liebhaber sind, denn eins kommt als Botschaft sehr deutlich an: Musik ist etwas Besonderes, etwas Magisches, mit heilenden Kräften. Eine wunderschöne und nur allzu wahre Botschaft, wenn ihr mich fragt. 

Bewertung
Ich vergebe 4 von 5 Blumen für eine meiner Lieblingsautorinnen. Vielen Dank an Script5 für das Rezensionsexemplar!


Linna singt erscheint am 10. September 2012.

Mittwoch, 29. August 2012

[Miscellaneous] Rezensionsindex

Ich wollte Euch nur darauf hinweisen, dass Karo adores... nun endlich, endlich einen Rezensionsindex hat, den Ihr rechts im Kästchen mit meinen Leselisten etc. findet. Ich hatte schon lange vor, einen anzulegen, war aber immer zu faul dafür, um die ganzen Titel aufzuschreiben, sie in alphabetische Reihenfolge zu bringen und sie dann noch alle zu verlinken. Aber gestern abend hatte ich Langeweile, und wollte mich vorm Korrigieren von Tests drücken, da kam mir diese Aufgabe ganz recht. ;) Ihr dürft jetzt also in all den Rezensionen, die über die fast zwei Jahre so zusammengekommen sind, stöbern und entdeckt vielleicht noch die ein oder andere Rezension, die Ihr noch nicht gesehen habt. Für alle, die ein bestimmtes Buch suchen, ist der Rezensionsindex auch ein guter Überblick über meine schon rezensierten Bücher. Meine Leselisten bleiben trotzdem bestehen, denn ich habe zwischendurch ja durchaus auch Bücher gelesen, und nicht rezensiert. Solltet Ihr zu diesen Büchern Fragen haben, könnt Ihr natürlich gerne in den Listen kommentieren.
Also, viel Spaß beim Stöbern!

Montag, 27. August 2012

Rühr nicht an mein dunkles Herz - Meredith Duran

Inhalt
Lydia Boyce ist eine Frau, die man als alte Jungfer bezeichnet, denn sie ist 26 Jahre alt, noch unverheiratet und hat zwei jüngere Schwestern, die beide schon einen Mann haben. Im Prinzip ist ihr Leben also vorprogrammiert: Sie wird bei einer ihrer Schwestern wohnen, unerwünscht und fehl am Platz, vielleicht die Kinder erziehen, und mehr nicht. Lydia hat Angst vor diesem Leben, allerdings hat sie sich auch schon fast damit abgefunden, bis sie James, den berüchtigten Viscount of Sanburne trifft. Mit seiner Hilfe versucht sie, den Ruf ihres Vaters zu retten, denn dieser wird beschuldigt, Fälschungen von ägyptischen Antiquitäten ins Land zu schmuggeln. Dabei entdeckt sie jedoch nicht nur ein gefährliches Geheimnis, welches ihr Leben kosten könnte, sondern auch ihre Liebe zu dem unkonventionellen James...

Meinung
Ich hatte schon immer einmal vor, das Genre der Historical Romances (oder wie sie bei LYX heißen: Romantic History, was ja eigentlich das gleiche ist) auszuprobieren. Für mich als Fan von Jane Austen konnte ich mir gut vorstellen, dass auch dieses Genre mich begeistern kann. Auf Empfehlung von Irina fiel meine Wahl im neuen Historical-Programm von LYX also auf Meredith Durans Werk, und ich kann mich nur für diesen Rat bedanken. 

Mit diesem Genre verbindet man leider nur allzu oft Klischees, denn gerne haben die Bücher auf dem hiesigen Markt "Nackenbeißer"-Cover, die eine Geschichte andeuten, die vor Kitsch, Sex und Stereotypen nur so strotzt. Auch ich hatte diese Vorbehalte, wurde aber von Meredith Durans Roman schnell eines besseren belehrt, denn ihre Geschichte hat wirklich sehr wenig mit all diesen Vorurteilen zu tun und dabei sehr viel Potential, zu einer meiner liebsten zu werden. 

Zum einen sind die Figuren unglaublich interessant und mehrdimensional entworfen. Es geht natürlich hauptsächlich um Lydia und James, die in der Geschichte langsam zueinander finden. Lydia ist ein Blaustrumpf (so wurde eine gebildete Frau früher genannt), eine alte Jungfer, und was man ihr noch so alles unterstellen könnte, zumindest oberflächlich betrachtet. Doch unter der Oberfläche brodelt eine vor Lebenslust geradezu überschäumende Frau, die diese Lust mit allen Mitteln und unter dem Deckmantel der Schicklichkeit zu verbergen versucht. Zudem plagen sie viele Ängste und Selbstzweifel, die sie schwer ablegen kann, aber auch für sich behält. Dazu kommen eine unbändige Neugier, ein leichter Hang zur Überheblichkeit und Oberflächlichkeit, und schon haben wir einen sehr vielschichtigen Charakter, den man manchmal mag, aber manchmal eben auch nicht. James schafft es, all diese Gefühle und Charakterzüge ans Tageslicht zu bringen, indem er sie immer wieder aus der Reserve lockt. Die Streitgespräche, die die beiden führen, sind sehr amüsant, und führen langsam, aber sicher (vor allem von James' Seite aus) in eine eher schlüpfrige Richtung, was für einiges Knistern zwischen den beiden sorgt. Auch James verbirgt so einiges vor der Öffentlichkeit, und durch seinen Kreuzzug gegen seinen Vater macht er sich nicht immer nur Freunde. Trotz seiner sehr lebensbejahenden Art hat er auch einige düstere Ecken in seinem Herzen, die nur langsam aufgedeckt werden, und die ihn aber umso attraktiver wirken lassen. Ein tolles Gespann hat Meredith Duran da kreiert. 

Der Plot an sich ist wahrscheinlich nichts Besonderes, die Hintergrundgeschichte hat etwas leicht Detektivisches, was mich aber nicht sooo sehr interessiert hat. Vielmehr hat mich die sich langsam entwickelnde Beziehung zwischen den beiden Hauptpersonen vor diesem Hintergrund gefesselt, so dass sich das Buch für mich zu einem wahren Pageturner entwickelt hat. Da stört es nicht weiter, dass die Auflösung des Plots relativ einfach war, zumindest mich nicht. Dass das Setting für mich als großer England- und Historienfan genau das richtige ist, muss ich wohl nicht noch näher erläutern, oder? London, 19. Jahrhundert, gehobene Gesellschaft - PERFEKT!

Das Buch ist abwechselnd aus James' und Lydias Perspektive geschrieben, und auch die erotischen Szenen, die darin vorkommen, werden mal aus männlicher und mal aus weiblicher Sicht geschildert, was ich sehr erfrischend fand, besonders die unterschiedlichen Wahrnehmungen der beiden ihres Gegenübers. Der Schreibstil ist blumig und üppig, so wie es sich auch für einen solchen Roman gehört, und lässt keine Klagen zu. Einzig der abrupte Perspektiv- und/oder Settingwechsel innerhalb mancher Kapitel, der nicht immer durch einen Absatz, der groß genug ist, angekündigt wurde, ließ mich manchmal stutzen. Allerdings bin ich mir nicht sicher, inwiefern es sich dabei um einen Fehler bei der Übersetzung, beim Druck oder wirklich beim Original handelt. Zudem war diese Verwirrung meist sehr schnell wieder verflogen, und ich konnte das Buch genussvoll weiterschmökern.

Fazit
Für mich war dieser Ausflug in ein neues Genre äußerst erfolgreich. Die Geschichte um Lydia und James ist witzig, anrührend, spannend und so gar nicht das, was man gern mit diesem Genre in Verbindung bringt. Ein Buch, was durch Setting, Schreibstil und Charaktere auf ganzer Linie überzeugt! 

Bewertung
Keine Frage, ich vergebe 5 von 5 Blumen! Vielen Dank an LYX für das Rezensionsexemplar!!


Miscellaneous
Da dieses Buch mein so ziemlich erster Ausflug in dieses Genre war, der mir äußerst gut gefallen hat, würde ich mich über Empfehlungen von Historical-Experten sehr freuen. :) Nennt mir Eure Lieblinge (gerne auch auf Englisch), so dass ich sie in meine Wunschliste aufnehmen kann!


Mittwoch, 22. August 2012

[Miscellaneous] Mein Herzensbuch

Vor kurzem hat mir die liebe Reni von Bücherraschung ein Stöckchen zugeworfen, bzw. mich getagged. Hierbei geht es um mein Herzensbuch. Dieser Begriff ist nicht näher beschrieben, daher will ich den jetzt mal selbst interpretieren: Für mich ist ein Herzensbuch ein Buch, was mir sehr am Herzen liegt, was ich auch immer im Herzen behalten werde, was mich durch mein Leben begleitet, was ich immer wieder gern lesen möchte, was zeitlos ist, und was ich auch anderen sehr ans Herz legen möchte. 

Die Entscheidung fiel mir gar nicht so leicht, denn natürlich habe ich sehr viele Bücher, die dafür infrage kommen, denn meine Liste der Lieblingsbücher ist lang und einige von diesen erfüllen auch die Kriterien für mein Herzensbuch, z.B. Die Geisha von Arthur Golden, Julischatten von Antje Babendererde, Der König der purpurnen Stadt von Rebecca Gablé, Pride & Prejudice von Jane Austen... und und und. Auch viele meiner Highlights aus den letzten Jahren könnten als Herzensbuch gelten. 

Meine Wahl fiel letztendlich auf Little Women von Louisa May Alcott (auf deutsch: Betty und ihre Schwestern). 
Warum genau dieses Buch? Für mich ist dieses klassische Jugendbuch einfach der Inbegriff von Herzenswärme. Schon als Kind habe ich den Anime Eine fröhliche Familie, der auf dem Buch beruht, geliebt. Erst später habe ich dann das Buch im Original gelesen und wusste sofort, warum es ein Klassiker geworden ist. Die Geschichte um die March-Familie mit den wunderschönen, genauso wie tragischen Ereignissen wärmt einem tatsächlich und wortwörtlich das Herz, wenn man auch manchmal mit den Tränen kämpft (und dabei oft verliert). Auch das Setting hat etwas ganz Besonderes, der Charme des damaligen, kriegsgebeutelten Amerikas erreicht einen auf jeder Seite. Als wäre das noch nicht genug, vermittelt Louisa May Alcott in diesem Buch auch noch sehr viel Weisheit, was das menschliche Zusammenleben betrifft. Ich weiß noch ganz genau, dass ich mich damals nach dem Lesen als sehr viel besserer Mensch gefühlt habe, einfach, weil ich diese Lebensweisheiten in mich aufsog wie ein Schwamm. Daher wird das Buch auch immer einen Stammplatz in meinem Regal haben, und ich werde in besonderen Momenten dazu greifen oder meinen Kindern daraus vorlesen. 
Ich lege allen, die die Geschichte um Jo und ihre Schwestern noch nicht kennen, sehr ans Herz, einmal dieses Buch zu lesen, denn es ist wunderschön und wird einem lange im Gedächtnis bleiben. Wer es kann, sollte jedoch zu einer englischen Version greifen, die deutschen sind nämlich oft gekürzt, was doch sehr schade ist. 

Ich tagge jetzt niemanden, allerdings würde ich mich freuen, wenn ihr auch Lust habt, von Eurem Herzensbuch zu berichten. Nehmt das Stöckchen einfach mit und sagt Bescheid!

Sonntag, 19. August 2012

Ashes. Tödliche Schatten - Ilsa J. Bick

Vorsicht! Da es sich um die Rezension zum zweiten Teil einer Reihe handelt, enthält sie Spoiler zum ersten Teil!

Rezension zu Teil 1 Ashes. Brennendes Herz

Inhalt
Nachdem Alex aus Rule geflüchtet ist, fällt sie sofort den "Veränderten" in die Hände, die sie neben anderen als lebendes Futter halten und mit ihr durch die Gegend ziehen. Während dieser Zeit kann Alex die "Veränderten", von anderen werden sie Chuckies genannt, genauer studieren. Doch auch mit sich selbst hat sie genug zu tun, denn sie hat Angst, sich zu verändern, so wie es schon anderen passiert ist, und sich somit selbst zu verlieren. Aber nicht nur von den Chuckies droht Gefahr: Einige Überlebende machen Jagd auf Jugendliche, um sie an andere zu verkaufen, fast wie Essensmarken. Und viele treiben ein noch grausameres Spiel als die Veränderten... 

Meinung
Als ich letztes Jahr so ziemlich zur selben Zeit den ersten Teil dieser Reihe in Händen hielt und geradezu verschlang, war ich seltsam fasziniert von dieser grausamen Zukunftsvision, die nur allzu real schien. Zudem hatte ich die Hauptpersonen schnell ins Herz geschlossen und verfolgte gespannt ihr Schicksal. Dass dann Ashes. Brennendes Herz noch mit einem Knaller-Cliffhanger endete, trug nur zu meiner unendlichen Vorfreude auf dieses Buch bei. Nach dem Lesen bin ich aber ehrlich gesagt etwas schockiert, welche Wendung die Story in diesem zweiten Teil nimmt. 

Was mich wahrscheinlich am meisten schockierte, war der absolute Ekel, den ich auf nahezu jeder Seite empfand. Schon nach nur ein paar Seiten drehte sich mir das erste Mal der Magen um, obwohl ich, was sowas angeht, eigentlich nicht sooo zart besaitet bin. Ich musste wirklich hart schlucken, und das nicht nur einmal, und leider zog sich das auch wirklich durch das ganze Buch. Es wimmelte nur so von Eiter, abgetrennten Gliedmaßen, Blut; besonders aber der Kannibalismus der Veränderten brachte mich mehrmals an meine Grenzen, wenn er nur allzu bildlich geschildert wurde. Eine Pause von diesen schreklichen Beschreibungen hat man wirklich nur äußerst selten, und wenn es denn soweit ist, tun sich einem zur Abwechslung mal die Abgründe der menschlichen Psyche auf, die einen auf eine ganz andere Art und Weise ekeln. Ich bin mir im Klaren darüber, dass all das unglaublich gut geschrieben ist und auch für manche eine Art Faszination ausübt, für mich bleibt es aber eine klare Kritik am Buch, denn ich kam damit nur schwerlich klar. Aber vor allem ist es eine Warnung für alle, die dieses Buch unbedarft lesen wollen: Wenn ihr schon fandet, der erste Teil war harter Tobak, dann solltet ihr von diesem definitiv die Finger lassen, denn das Ganze wird hier mindestens verzehnfacht. Zum Glück verkauft INK dieses Buch nun auch nicht mehr als Liebesgeschichte, sondern als das, was es ist: ein knallharter Endzeit-Thriller. Puh. 

Nun, da ich mir das von der Seele geschrieben habe, möchte ich natürlich auch noch etwas zum Stil und Plot sagen: Die Schreibe von Frau Bick ist mal wieder unglaublich gut, und ihre Art, jedes Kapitel mit einem Mini-Cliffhanger zu beenden, lässt einen trotz allen Ekels an den Seiten kleben. Auch denke ich, dass ihr Endzeitszenario eines der realsten ist und auch in diesem Teil bleibt. Nur nach und nach enthüllt sie alles, was es über die Katastrophe und seine verheerenden Folgen zu wissen gibt, aber natürlich lässt sie auch noch so einiges über, das uns Rätsel aufgibt und für Spannung im letzten Teil sorgen wird. 
Ihr Schreibstil hat sich aber insofern geändert, dass sie die Geschichte nicht mehr nur aus Alex' Sicht schildert, sondern immer wieder, meist zum Anfang eines neuen Kapitels, die Perspektive wechselt, so dass es manchmal etwas schwerfällt, den Überblick zu behalten. Nach und nach gelingt es einem aber besser, und man versucht, die verschiedenen Handlungsstränge zu kombinieren, so wie Ilsa J. Bick sie auch langsam, aber sicher zusammenführt. Allerdings bleibt eine dramatisches, sowie spannendes Ende mit einem weiteren Cliffhanger nicht aus, der jedoch nicht ganz so schlimm wie der erste ist. Im Endeffekt hat mir die Story aber sehr zugesetzt, wahrscheinlich eben weil ihre Geschichte so real scheint, gar nicht so weit entfernt von dem, was wirklich im echten Leben passiert und schon passiert ist.
Zum Ende bleibt wirklich einiges offen, so dass es noch genug Stoff für den letzten Teil gibt, in dem hoffentlich alle Rätsel und Unklarheiten aufgelöst werden. 

Fazit
Insgesamt kann ich für das Buch mitnichten eine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen. Wer jedoch einen sehr starken eisernen Magen hat, sich vor ein paar unzähligen abgetrennten Gliedmaßen nicht scheut und auch in die Abgründe der menschlichen Psyche blicken kann, bekommt hier einen Endzeit-Thriller serviert, der gut durchdacht, authentisch und spannungsgeladen bis zum Ende ist.

Bewertung
Mit Hinblick auf meinen armen Magen vergebe ich nicht die Höchstpunktzahl, 4 von 5 Blumen! Vielen Dank an EGMONT INK für das Rezensionsexemplar!



Reiheninformation
Diese Reihe wird eine Trilogie. Der zweite Teil erscheint erstaunlicherweise nach der deutschen Version in den USA, so wie es auch schon beim ersten Teil war, somit können wir wohl annehmen, dass auch der dritte Teil hier in Deutschland im August 2013 zu erwarten ist, denn in den USA erscheint Monsters im September 2013.
  • Ashes. Brennendes Herz / Ashes
  • Ashes. Tödliche Schatten / Shadows
  • dt. Titel unbekannt / Monsters

Sonntag, 12. August 2012

Bitterblue - Kristin Cashore

Vorsicht! Da es sich um den dritten Teil einer Reihe handelt, enthält die Rezension Spoiler zu den vorangegangenen Teilen!

Rezension zu Teil 2 Fire

Inhalt
Es sind Jahre vergangen, seit Bitterblue von ihrem Graceling-Cousin Po und dessen Gefährtin Katsa vor ihrem tyrannischen Vater König Leck gerettet wurde. Seitdem ist einiges passiert in Monsea, dem Land, über das Bitterblue nun als Königin herrscht. Doch Bitterblue fühlt sich eingesperrt in ihrem Schloss, aus dem sie nur selten und unter Aufsicht herauskommt. Deswegen fängt sie an, auf eigene Faust verkleidet durch die Straßen von Bitterblue City (vormals Leck City) zu streifen und freundet sich mit einigen Bewohnern an, ohne ihre wahre Herkunft zu verraten. Durch diese Freundschaft findet sie jedoch auch heraus, dass irgendetwas in ihrem Land ganz und gar nicht stimmt, denn Menschen werden ermordet, verschwinden einfach, lügen oder verfallen dem Wahnsinn. Langsam begreift sie, dass das Erbe ihres Vaters anhält und die Gedanken der Menschen auch jetzt noch vergiftet...

Meinung
Nachdem ich Graceling und Fire, die beiden Vorgänger dieses Buches, nahezu verschlungen habe, war die Vorfreude auf dieses Buch sehr groß. Ich fand es von Anfang an bewundernswert, wie originell Kristin Cashores Bücher sind, denn die Geschichten glänzen durch innovative Welten und durch nie dagewesene Bewohner derselbigen. Zudem ist ihre Art, die Bücher in sich abzuschließen, aber dennoch lose miteinander zu verbinden, einfach nur genial. Diese Verbindung erhält sie in diesem Band aufrecht, und bringt sie eigentlich zur Perfektion, indem sie Fire und Graceling gekonnt verknüpft und die kleinen Hinweise, die sie in den vorhergehenden Bänden gestreut hat, weiter ausbaut. Deswegen auch gleich vorneweg der Hinweis: Wer Graceling und Fire nicht gelesen hat, wird mit dem Buch nicht viel anfangen können. Auch wenn beide in sich abgeschlossen waren, haben sie mit diesem letzten Band der Trilogie sehr viel zu tun, so dass man definitiv Hintergrundwissen braucht. 

Nun, da dies gesagt ist, muss ich leider zugeben, dass ich hin- und hergerissen bin, was die Bewertung von Bitterblue angeht. Insgesamt habe ich das Buch genauso gern wie seine Vorgänger gelesen, einfach auch, weil mir die Personen alle ans Herz gewachsen sind (man trifft ja auch auf bekannte Gesichter). Was die Charaktere angeht, hat Kristin Cashore wirklich ein glückliches Händchen, denn sie trifft immer genau den richtigen Ton. Liebenswert, geheimnisvoll, aufbrausend oder unheimlich? Jeder Charakterzug wird authentisch und nachvollziehbar wiedergegeben, und man kann sich ein ganz genaues Bild von jeder einzelnen Person machen. Genauso sind der Aufbau der Welt und die Hintergründe logisch und ohne Lücken gelungen, man hat nie das Gefühl, dass sie irgendein kleines Detail nicht durchdacht hat. Auch die Aufmachung des Buches ist diesmal ganz besonders: Die größeren Abschnitte werden von wunderschönen Grafiken eingeläutet, genauso wie jedes neue Kapitel, zudem gibt es innerhalb des Textes einzelne Grafiken, die wichtig zum Verständnis sind, und am Ende des Buches befindet sich eine ganze Reihe an Karten, die dem Leser Aufschluss über die Welt geben, die schon in dessen Kopf entstanden ist. 

Dennoch gibt es unübersehbare Schwächen im Buch, die mir auch immer mehr auffielen, je weiter ich beim Lesen voranschritt. Zum einen ist da die Tatsache, dass hier die personale Erzählweise einige große Mankos hat. Die Geschichte ist aus Bitterblues Sicht geschrieben, ohne jemals davon abzuweichen, was natürlich einige Vorteile hat, aber in dieser Geschichte einen großen Nachteil: Man kommt nie auch nur einmal aus Bitterblue City heraus, selten genug aus dem Schloss, weswegen die Handlung wirklich auf diesen eng begrenzten Raum beschränkt ist. Das ist irgendwann etwas fade, und es entstehen Längen. Man liest zwar von den Abenteuern und Gefahren, die Bitterblues Freunde bestreiten, aber nur, wenn diese ihr in ihrem Kämmerchen davon erzählen, sie selbst ist so gut wie nie Teil davon. Das Buch ist also eher eins der leisen Töne, wer lieber Action hat, sollte die Finger davon lassen.
Außerdem haben mich die Geheimnisse und Enthüllungen um Bitterblues grausamen Vater Leck so langsam aber sicher verängstigt. Was da in der Vergangenheit in diesem Königreich passiert ist, ist harter Tobak und ich würde niemandem empfehlen, das Buch unbedarft zu lesen. Dieser Fakt lässt mich auch an dem empfohlenen Lesealter des Verlages von 14 bis 17 Jahren zweifeln, denn ich denke, für jüngere Leser ist das doch zu viel des Guten. Ich will nicht ins Detail gehen, um niemanden zu spoilern, aber ich kann Euch sagen, dass ich wirklich mehr als einmal sehr schlucken musste. 
Zu guter Letzt hat mich das Ende leider nicht sehr befriedigt, es war zu offen und ließ viele Fragen unbeantwortet. Sowas würde ich bei einem Anfang oder Mittelteil einer Trilogie erwarten, jedoch nicht beim letzten Band. 

Fazit
Der Abschluss einer ungewöhnlichen Fantasy-Trilogie lässt mich zwiegespalten zurück: Großartige Einfälle, liebenswerte und authentische Charaktere und ein Weltenaufbau, der überzeugt, stehen auf der Pro-Seite, ein paar unheimliche, erschreckende Enthüllungen, leichte Längen und ein zu offenes Ende auf der Contra-Seite. Insgesamt macht das weiterhin ein unentschlossenes Urteil.

Bewertung
Unentschlossen, in der Tat, ich vergebe mal 3,5 von 5 Blumen ohne Gewähr!


Reiheninformation
Eine lose zusammenhängende Trilogie, die, wie sich herausstellt, doch mehr miteinander zu tun hat, als man anfangs glauben wollte. Daher würde ich empfehlen, die Bücher auch wirklich chronologisch zu lesen, und mit Graceling anzufangen.
  • Graceling / Die Beschenkte
  • Fire / Die Flammende
  • Bitterblue / Die Königliche (erscheint im September 2012)

Donnerstag, 2. August 2012

Die Wildrose - Jennifer Donnelly

Vorsicht! Da es sich hier um den dritten und letzten Teil einer Reihe handelt, enthält die Rezension auf jeden Fall Spoiler für die vorhergehenden Bände!

Inhalt
Seamie Finnigan und Willa Alden sind wie füreinander geschaffen: Beide werden sie von einer unbezwingbaren Abenteuerlust getrieben, die sie auf den Bergen der Welt zusammen ausleben. Doch als Willa einen furchtbaren Unfall auf dem Kilimandscharo hat und ein Bein verliert, braucht sie jemanden, dem sie die Schuld daran geben kann - Seamie. Willa flüchtet in die Berge Tibets, und Seamie macht sich zu anderen Abenteuern an den Nordpol auf. Als sich die beiden jedoch Jahre später wieder über den Weg laufen, ist ihre Liebe füreinander größer denn je, nur dass inzwischen einiges passiert ist... 

Meinung
Auch ich lese manchmal gern den ein oder anderen Frauenschmöker, ab und zu ist das ganz nett zum Abschalten. Da Die Teerose, der erste Teil dieser Trilogie, zu meinen Lieblingsbüchern gehört, war für mich Die Wildrose als Abschluss der Trilogie ein Muss. 
Insgesamt haben sich meine Erwartungen voll erfüllt. Ich habe einen sehr unterhaltsamen historischen Roman mit vielen Verstrickungen, Dramen, sehr viel Herzschmerz und einigem zeitgenössischen Hintergrund bekommen. 

Wie auch schon im zweiten Teil Die Winterrose trifft man hier altbekannte Gesichter wieder. Fiona, Joe, Sid, India, all die Hauptpersonen aus den ersten beiden Teilen haben auch hier wieder einige wichtige Rollen zu erfüllen. Dieses Wiedersehen macht Spaß und lässt einen gern zurückdenken an die Vorgänger der Wildrose. Allerdings war ich dieses Mal nicht ganz sicher, wer nun wirklich die Hauptperson war. Natürlich geht es sehr viel um Seamie, den jüngsten Bruder von Fiona, den wir schon im ersten Teil kennenlernten, und seine große Liebe Willa. Aber es treten neben diesen und den schon genannten noch so viele andere Personen auf, die einen großen Stellenwert haben, dass man leider nicht lange genug bei einer Person verweilen kann. Zudem sind die Schicksale all dieser Personen auf die ein oder andere Weise miteinander verbunden, so dass es irgendwann ein bisschen ... naja, unauthentisch wird. Was ich aber gut fand: Man verliert trotzdem nie den Überblick, trotz der vielen Personen und Verstrickungen. Insgesamt hätte ich mir aber einen größeren Fokus auf eine oder zwei spezielle Figuren gewünscht.

Um gleich bei der Kritik zu bleiben: Der Plot war mir stellenweise viel zu politisch. Es geht um den Ausbruch des ersten Weltkriegs, um Spione und Marineoffiziere, um Wahlkampf und Premierminister. Das passt so gar nicht zur Ausgangssituation des Buches, in dem es mehr um Abenteuer und Entdeckungsreisen geht, was mir sehr viel mehr gefallen hätte, daher war ich, was das angeht, etwas enttäuscht. Ich hätte so gerne über Besteigungen des Mount Everest oder Safaris durch die Steppen Afrikas gelesen, stattdessen ging es um deutsche U-Boote oder den Befreiungskrieg Arabiens. Nun ja. Dazu kommt die große Schwäche Jennifer Donnellys, die sich schon in den ersten beiden Teilen angedeutet hat, aber hier nochmal zu Hochtouren auflief: Die dramatischen Begebenheiten im Buch werden irgendwann seeehr unglaubwürdig. Es sterben Personen, gelten als verschollen, dann tauchen sie wieder auf, sie werden überfallen, eingesperrt, verprügelt und im letzten Moment gerettet, und so weiter und so fort. Ein bisschen musste ich zwischendurch die Augen verdrehen, wenn es mal wieder besonders dramatisch wurde. 

Trotzdem kann ich es nicht anders sagen, ich habe auch dieses Buch wieder sehr gern gelesen, besonders auch das letzte Drittel. Allen Schwächen zum Trotz kann Jennifer Donnelly wunderbar erzählen und damit unterhalten, und ihre Figuren wachsen einem rasend schnell ans Herz. Somit verlasse ich die Rosen-Trilogie doch mit einem guten Gefühl, und werde sicherlich eines Tages nochmal zurückkehren nach Whitechapel in London. 

Fazit
Ein Wiedersehen mit alten Freunden unterhält trotz einiger Schwächen im Plot und schließt die Rosen-Trilogie würdig ab. Fans historischer Frauenromane kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten! 

Bewertung
Ich vergebe 3,5 von 5 Blumen Rosen. :) Vielen Dank an Piper für dieses Rezensionsexemplar!



Reiheninformation
Diese Reihe besteht aus drei Teilen, alle sind schon erschienen. Es geht hauptsächlich um die Familie Finnegan und ihre Geschicke über die Jahre, mit einem Fokus auf ein bestimmtes Paar.
  • Die Teerose (Fiona & Joe)
  • Die Winterrose (India & Sid)
  • Die Wildrose (Willa & Seamie)

Mittwoch, 25. Juli 2012

[Adorables im Alltag] Schicksal

Liebt Ihr es eigentlich auch, wenn alles so läuft, wie es soll? Es klappt nicht immer, aber wenn, dann freut man sich erst richtig. So ging es mir heute.
Ich war gestern den ganzen Tag weg (an der Ostsee, sehr entspannend... ♥) und war daher auch nicht im Internet. Somit setzte ich mich jetzt an meinen PC, um mal zu schauen, was es Neues gibt. Nichts ahnend klicke ich Twitter an und sehe bei Tyler Hilton, dass er endlich seine Tourdaten für Europa angekündigt hat.
 Naja, ich hab mir nichts dabei gedacht, denn ich hatte leider schon einige Termine gesehen, und Deutschland war nicht darunter, somit hatte ich die Tour schon abgeschrieben, zumal sie kurz vor meinem Staatsexamen stattfindet, das viel Vorbereitung und Lernen braucht. Klicke ich also drauf, um zu sehen, ob noch neue Daten dazugekommen sind, und siehe da: DER LETZTE TERMIN IST TATSÄCHLICH BERLIN! Und als wäre das nicht genug: Das Konzert findet genau am Tag meines Examens, am 8.11.2012 statt! Jeder andere Tag vorher wäre für mich nicht machbar gewesen, aber so! Jetzt weiß ich schon genau, wie ich mein Examen feiere, nämlich auf dem Konzert von Tyler! Unterstützen wird ihn übrigens Dion Roy, ein toller Independent Künstler, auf den ich mich live auch schon sehr freue.
Ich muss das gerade in die Welt rausschreien, auch wenn Ihr den Namen Tyler Hilton wahrscheinlich schon nicht mehr sehen könnt. :) Für mich ist das Schicksal, und ich freue mich gerade wie ein Keks und kann mich kaum beruhigen. Hach, heute ist ein schöner Tag!