Dienstag, 16. Oktober 2012

Elfenkrieg - Sabrina Qunaj

Vorsicht! Diese Rezension, hauptsächlich die Inhaltsangabe, die Meinung eigentlich nicht, enthält massive Spoiler zum ersten Teil Elfenmagie! Der Rest ist eigentlich nur eine Hommage an die Autorin und das Buch. ;)

Rezension zu Teil 1 Elfenmagie

Inhalt
Es sind 84 Jahre vergangen, seit dem verhängnisvollem Tag, an dem das Elfenreich wieder vereint wurde, an dem so viele Elfen ihr Leben lassen mussten. Alle hatten gehofft, dass nun Frieden in Elvion einkehrt, doch nun bedroht eine neue Macht das Reich. Feindliche Priester zerstören nach und nach alle Tempel und Orakel, und sie werden von einem merkwürdigen Nebel umgeben, der es unmöglich macht, diese zu besiegen. Nevliin und Ardemir versuchen, sie aufzuhalten, kämpfen jedoch auf verlorenem Posten. Dazu kommt, dass diese Nebelpriester von Drachen Unterstützung bekommen, doch woher kommen diese? Stecken die Drachenelfen hinter den Angriffen? Ratlos wenden sich Liadan und ihre Ritter an Eamon, der seit dem Tod von Vanora und dem Ende des Krieges in der Welt der Menschen lebt, doch wird er ihnen helfen können?

Meinung
Ich möchte Euch gleich vorwarnen, denn diese Rezension wird mit Sicherheit inflationär von Worten wie fantastisch, großartig, wunderbar und unglaublich Gebrauch machen, weil ich sonst nicht so recht weiß, wie ich ausdrücken soll, wie sehr ich dieses Buch liebe. Ich dachte, nach dem großartigen (ha, da haben wir schon das erste "großartig" ^^) ersten Band Elfenmagie kann es keine Steigerung mehr geben, aber Sabrina Qunaj hat mich eines Besseren belehrt.

Wenige Bücher schaffen es, dass ich von der ersten Seite an gefesselt bin von der Handlung, doch dieses Buch ist eines davon. Es gibt kein großes Vorgeplänkel, man taucht sofort in den neuen Konflikt, der das Elfenreich Elvion bedroht, ein. Wieder einmal wird das Buch aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Hauptsächlich kommen Ardemir, Eamons und Liadans Vetter, Eamon selbst, Vinae, die Tochter der Magierin Meara Thesalis, und Aurün, die Königin der Drachenelfen, zu Wort. Ein paar weitere Charaktere schildern ihre Sicht der Dinge in einigen wenigen Kapiteln, aber diese sollen hier noch nicht verraten werden. Jede Perspektive bringt die Handlung auf ihre eigene Art und Weise voran, und man erfährt immer erst einmal genauso viel, wie uns die Autorin zugestehen will. Dadurch entwickelt sich eine unglaubliche Spannung, die einen buchstäblich an den Seiten kleben lässt. 

Dazu kommt, dass Sabrina Qunaj ein außerordentliches Gespür für ihre Charaktere hat. Solch vielschichtige und facettenreiche Charaktere sind mir selten begegnet, wie sie einem in diesem Buch unterkommen. Wie sie auch selbst ihre Figuren mehrmals reflektieren lässt, gibt es bei allen Personen Licht und Schatten, Gut und Böse. Hier wirkt nichts stereotyp, stattdessen ist man mehr als einmal überrascht, welche Wendung eine Person nimmt. Wirklich ausgenommen jeder hat mindestens einen guten oder schlechten Wesenszug an sich, egal, ob man ihn oder sie eher auf der "guten" oder "bösen" Seite einordnet, Beispiele hierfür sind vor allem Meara, die Magierin, und Gregoran, ein neuer Charakter, den wir im Buch kennenlernen. Es ist fantastisch, wie Sabrina Qunaj es schafft, dass die Leser Empathie mit diesen Figuren empfinden, es sich auf der nächsten Seite aber wieder nicht nehmen lässt, diese abgrundtief böse darzustellen, so dass wir tiefen Hass spüren.

Beeindruckt hat mich schon im ersten Band, wie mutig diese Autorin ist, denn ihre Entscheidungen über ihre Figuren und Handlungen im Buch sind alles andere als herkömmlich. Ein Happy End im eigentlichen Sinne sucht man hier vergeblich, was für mich aber ein absolutes Pro dieses Buchs ist. Klar, man liest sowas auch mal ganz gerne, dass alle glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende sind, aber es hätte einfach auch nicht zu den Charakteren in Elfenkrieg gepasst. Jede Entscheidung hat unweigerlich Konsequenzen für andere Charaktere im Buch, weswegen man auch als Leser manchmal enttäuscht, manchmal schockiert und manchmal vollkommen niedergeschlagen zurück bleibt. Doch diese tiefen Gefühle, seien sie auch manchmal schwer zu ertragen, sind so verdammt echt, dass ich mich nur in absoluter Hochachtung vor der Autorin verneigen kann. Schon lange war ich nicht mehr so absolut aufgelöst, nachdem ich ein Buch zugeschlagen habe, aber hier saß ich auf meiner Couch und mir liefen ununterbrochen Tränen über die Wangen, weil es so unglaublich schön, grausam, hoffnungsvoll, schrecklich, traurig und freudebringend zugleich war.

Fazit
Im Endeffekt kann ich meinen Lobgesang auf Sabrina Qunaj und dieses unglaubliche Buch nur so zusammenfassen: Wer auch nur ansatzweise etwas mit High Fantasy anfangen kann, ist ein Narr, wenn er sich dieses Buch entgehen lässt. Fantastisch! Großartig! Wunderbar! Unglaublich!

Bewertung
Öhm... keine Überraschung, oder? Das Buch sprengt fast meine Wertung, ich vergebe 5 von 5 Blumen





Reiheninformation
Bisher sind zwei Bände in dieser Reihe erschienen. Laut Sabrina Qunaj gibt es noch keine konkreten Pläne für einen dritten Band, allerdings hat sie durchaus Ideen und würde gern wieder nach Elvion zurückkehren. Ich kann diese Hoffnung nur unterstützen, denn ich bin auch der Meinung, dass noch nicht alle Geschichten erzählt wurden. Ich hoffe, wir sehen einige meiner liebgewonnenen Elfen wieder. 

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6 Kommentare:

Fina hat gesagt…

Okay. Ich habe mich bisher nicht getraut das Buch zu kaufen, weil ich nach dem großartigen ersten Teil Angst vor einer Enttäuschung hatte. Aber nach dieser Rezension MUSS ich es jetzt einfach haben! ;)

Reni hat gesagt…

Also bei deiner Rezi fallen mir jetzt auch nur Worte wie großartig und mitreißend ein - ich habe sie jetzt einfach mal gelesen, obwohl ich "Elfenmagie" bisher nicht geschmökert habe und Daumen hoch: ganz ohne Spoiler. Ok, da Sandi + DU so begeistert seid und eure Argumente einfach nur für diese Reihe sprechen, werde ich nach meiner aktuellen Lektüre "Dylan & Gray" wohl endlich mal zu "Elfenmagie" greifen und dannach kann es dann ja auch gleich weitergehen. Mal sehen, ob ich mich dann auch vor der Autorin verneigen mag. Also im Buchhandel wärst du definitiv auch gut aufgehoben. :P

Liebe Grüße
Reni

Karo hat gesagt…

@Fina: Ganz ehrlich, ich dachte auch, das geht kaum noch besser. Aber das Buch ist sooo gut. Naja... aller weiterer Worte wären da zu viel, ich denke, Du musst es wirklich selbst lesen. Vor allem, wenn Du Elfenmagie schon so gut fandest. Dann erst recht! :)

@Reni: Ich habe auch wirklich versucht, in der Meinung selbst nicht zu spoilern, musste ich auch gar nicht, denn es ließ sich alles auch so beschreiben, ohne dass ich ins Detail gehen musste, was die Handlung angeht. Es freut mich sehr, dass meine Begeisterung rüberkommt, ich hatte da gestern Abend auch echt einen Lauf, was das angeht. Allerdings fällt es bei diesem Buch auch wirklich nicht schwer zu schwärmen, es geht ja kaum anders. Gut, dass Du eeeeendlich überzeugt bist! :) Gerne darfst Du mich auf dem Laufenden halten. :)

Sonne hat gesagt…

Ich kann dir absolut zustimmen - besonders deine Adjektive im Fazit beschreiben das Werk durchaus sehr, sehr passend ;)
Ich glaube, nun bleibt uns nur, auf ein Wiedersehen mit Elvion und seinen Bewohnern zu hoffen...

Sandi hat gesagt…

Da ist nichts weiter zu sagen. Deine Hommage ist definitiv angekommen. Hach, ich bekomm schon wieder einen Entenparker...

Karo hat gesagt…

@Sonne: Tja, ich sagte ja, dass die öfter auftauchen werden. :D Es hätte eigentlich auch gereicht, diese nur zu nennen, denn mehr muss man nicht sagen. Wirklich nicht. Kurz nach dem Lesen war ich eh eher sprachlos.

@Sandi: Ich auch! Oh Mann...